Padel ist eine Mischung aus Tennis und Squash: Gespielt wird fast immer im Doppel auf einem 20 × 10 Meter großen Court, der von Glaswänden und Gitterzäunen umgeben ist. Die Wände sind Teil des Spiels – genau das macht Padel so zugänglich und spannend. Auf dieser Seite findest du alle Padel-Regeln übersichtlich nach Themen sortiert – vom Aufschlag über die Zählweise bis zum Spiel mit den Wänden.

Padel-Regeln auf einen Blick

ThemaRegel in Kürze
SpielerZwei gegen zwei (Einzel nur auf schmalen Single-Courts)
AufschlagVon unten, nach dem Auftippen, höchstens auf Hüfthöhe, diagonal ins Aufschlagfeld
Zwei VersucheWie im Tennis: Erster und zweiter Aufschlag
Zählweise15, 30, 40, Spiel – Satz bis 6 Spiele, bei 6:6 Tiebreak
WändeBall muss zuerst im gegnerischen Feld aufkommen, danach darf er an alle Wände
NetzWer das Netz berührt, verliert den Punkt
MatchIn der Regel zwei Gewinnsätze

Inhalt

  1. Der Padel-Court
  2. Der Aufschlag
  3. Zählweise: Punkte, Spiele, Sätze
  4. Seitenwechsel und Aufschlagreihenfolge
  5. Ballwechsel und Spiel mit den Wänden
  6. Spielen außerhalb des Courts
  7. Netz, Körpertreffer und Doppelberührung
  8. Punktverlust: Alle Fehler im Überblick
  9. Ausrüstung
  10. Etikette und Fairplay
  11. Häufige Fragen zu den Padel-Regeln

Der Padel-Court

Ein Padel-Court ist 20 Meter lang und 10 Meter breit und wird durch ein Netz in zwei Hälften geteilt. Die Rückwände bestehen meist aus Glas, an den Seiten gehen Glaswände in Gitterzäune über. Gespielt wird auf Kunstrasen mit Quarzsand.

Padel-Court mit Maßen Draufsicht auf einen Padel-Court: 20 Meter lang, 10 Meter breit, Netz in der Mitte, Aufschlaglinien 6,95 Meter vom Netz, Glaswände an den Rückseiten und 4 Meter an den Seiten, dazwischen Gitterzaun. AufschlagfeldAufschlagfeld AufschlagfeldAufschlagfeld GrundbereichGrundbereich Netz 20 m 10 m 3,05 m 6,95 m Glaswand Gitterzaun Netz: 88 cm Mitte, max. 92 cm am Rand
Padel-Court in der Draufsicht (Doppel): Glaswände an den Rückseiten und je 4 m an den Seiten, dazwischen Gitterzaun. Die Rückwand ist 3 m hoch (plus 1 m Gitter), die Seitenwände steigen von 3 m auf 2 m ab.
  • Maße: 20 × 10 Meter Spielfläche, Single-Courts sind 20 × 6 Meter.
  • Netz: 88 cm hoch in der Mitte, maximal 92 cm an den Seiten.
  • Aufschlaglinie: liegt 6,95 Meter vom Netz entfernt, die Mittellinie teilt den Bereich in zwei Aufschlagfelder.
  • Wände: Glaswände hinten und seitlich, darüber und daneben Gitterzaun. Glas und Gitter verhalten sich unterschiedlich – dazu mehr unter Spiel mit den Wänden.
  • Linien: gehören zum Spielfeld. Ein Ball auf der Linie ist gut.

Der Aufschlag

Der Aufschlag ist im Padel deutlich einfacher als im Tennis – und das macht den Einstieg so leicht. Er wird immer von unten gespielt.

So geht ein gültiger Aufschlag

  1. Der Aufschläger steht hinter der Aufschlaglinie, zwischen Mittellinie und Seitenwand, und darf die Linie nicht berühren.
  2. Der Ball wird hinter der Aufschlaglinie einmal auf den Boden getippt.
  3. Getroffen wird der Ball auf oder unterhalb der Hüfthöhe.
  4. Beim Schlag muss mindestens ein Fuß den Boden berühren.
  5. Der Ball muss diagonal ins gegnerische Aufschlagfeld fliegen und dort aufkommen.
  6. Begonnen wird jedes Spiel von der rechten Seite, danach wird nach jedem Punkt die Seite gewechselt.
  7. Wie im Tennis gibt es zwei Versuche.

Fehler beim Aufschlag

  • Der Ball landet außerhalb des diagonalen Aufschlagfelds oder im Netz.
  • Der Ball springt nach dem Aufprall im Aufschlagfeld direkt gegen den Gitterzaun.
  • Der Ball wird über Hüfthöhe getroffen oder der Aufschläger tritt auf die Linie.
  • Der Ball trifft den eigenen Partner.
  • Der Aufschläger verfehlt den Ball beim Schlagversuch.

Wiederholung (Let)

  • Der Ball berührt das Netz und landet anschließend im richtigen Aufschlagfeld – es sei denn, er springt danach direkt ans Gitter, dann ist es ein Fehler.
  • Der Rückschläger war noch nicht bereit und hat keinen Rückschlagversuch gemacht.

Wichtig für den Return: Der Aufschlag muss immer erst aufspringen, bevor er zurückgespielt wird. Wird der Rückschläger oder sein Partner vom Aufschlag getroffen, bevor der Ball aufspringt, bekommt der Aufschläger den Punkt.

Zählweise: Punkte, Spiele, Sätze

Gezählt wird im Padel genau wie im Tennis.

  • Punkte: 0, 15, 30, 40, Spiel.
  • Spiel: Bei 40:40 (Einstand) entscheidet je nach Vereinbarung der Golden Point, der Vorteil oder der Star Point.
  • Satz: Wer zuerst sechs Spiele mit zwei Spielen Vorsprung gewinnt, holt den Satz (6:4, 7:5).
  • Tiebreak: Bei 6:6 wird ein Tiebreak bis 7 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung gespielt.
  • Match: In der Regel auf zwei Gewinnsätze. In Turnieren und Ligen ersetzt oft ein Match-Tiebreak bis 10 Punkte den dritten Satz.

Einstand: Golden Point, Vorteil oder Star Point?

VarianteSo funktioniert esWo gespielt
VorteilKlassisch wie im Tennis: Ein Team braucht zwei Punkte Vorsprung.Freizeit, viele Hobbyrunden
Golden PointBei 40:40 entscheidet ein einziger Punkt. Das rückschlagende Team wählt, auf welche Seite aufgeschlagen wird.Sehr verbreitet in Freizeit, Ligen und Turnieren
Star PointBis zu zwei Vorteile werden ausgespielt. Steht es danach wieder Einstand, entscheidet ein einziger Punkt.Profi-Tour (Premier Padel, FIP) seit 2026

Tipp: Sprecht vor dem Match ab, welche Variante ihr spielt – das vermeidet Diskussionen mitten im Spiel.

Seitenwechsel und Aufschlagreihenfolge

  • Die Seiten werden nach jedem ungeraden Spiel gewechselt – also nach dem 1., 3., 5. Spiel usw.
  • Im Tiebreak wird nach jeweils sechs Punkten die Seite gewechselt.
  • Das Aufschlagrecht wechselt nach jedem Spiel zwischen den Teams. Innerhalb eines Teams schlagen die Spieler abwechselnd auf.
  • Die Aufschlagreihenfolge und die Rückschlagseiten (wer rechts, wer links annimmt) bleiben für den ganzen Satz gleich und dürfen erst zum nächsten Satz geändert werden.
  • Im Tiebreak schlägt der erste Spieler einen Punkt auf, danach wechselt der Aufschlag alle zwei Punkte.

Ballwechsel und Spiel mit den Wänden

Die Wände machen Padel besonders. Damit ihr sie richtig nutzt, gilt eine Grundregel: Der Ball muss zuerst auf dem Boden der gegnerischen Hälfte aufkommen – erst danach dürfen Wände oder Gitter berührt werden.

  • Nach dem Aufprall im eigenen Feld darf der Ball beliebig oft gegen die Glaswände springen und trotzdem zurückgespielt werden.
  • Der Ball darf im eigenen Feld nur einmal den Boden berühren.
  • Volleys (Ball direkt aus der Luft nehmen) sind erlaubt – nur nicht beim Return des Aufschlags.
  • Du darfst den Ball gegen die Wände der eigenen Hälfte schlagen, um ihn ins gegnerische Feld zu spielen (Bajada bzw. Contrapared).
  • Trifft dein Ball direkt – also ohne vorher aufzukommen – die gegnerische Wand oder das Gitter, verlierst du den Punkt.

Glas oder Gitter – was ist der Unterschied?

SituationGlaswandGitterzaun
Ball kommt im Feld auf und springt danach an die WandBall bleibt im SpielBall bleibt im Spiel, springt aber unberechenbar ab
Ball trifft direkt, ohne BodenkontaktPunktverlust für den SchlägerPunktverlust für den Schläger
Ball bleibt im Gitter hängen oder liegt oben auf der Wand–Punkt für das Team, das ihn geschlagen hat
Aufschlag springt nach dem Aufprall an die WandGültigFehler

Spielen außerhalb des Courts

Springt der Ball nach dem Aufprall im gegnerischen Feld über die Wand oder durch einen Seitenausgang aus dem Court, darf das gegnerische Team hinauslaufen und den Ball von außen zurückspielen – vorausgesetzt, die Anlage hat offene Ausgänge und genug Platz.

  • Der Ball darf außerhalb des Courts nicht den Boden berühren, bevor er gespielt wird.
  • Er muss anschließend wieder im gegnerischen Feld landen.
  • Ist ein Hinauslaufen auf der Anlage nicht möglich (geschlossene Courts), gewinnt das Team, das den Ball aus dem Court geschlagen hat, den Punkt.
  • Bekannt sind diese Schläge als „Por tres“ (über die Seitenwand) und „Por cuatro“ (über die Rückwand bzw. durch die Tür).

Netz, Körpertreffer und Doppelberührung

  • Netzberührung: Wer während des Ballwechsels das Netz oder die Netzpfosten mit Schläger, Körper oder Kleidung berührt, verliert den Punkt.
  • Über das Netz greifen: Grundsätzlich verboten. Ausnahme: Der Ball ist durch Spin oder Wandabpraller zurück in die gegnerische Hälfte gesprungen – dann darfst du nachsetzen, solange du das Netz nicht berührst.
  • Körpertreffer: Trifft der Ball einen Spieler, bevor er aufspringt, verliert das getroffene Team den Punkt – auch wenn der Spieler außerhalb des Courts steht.
  • Doppelberührung: Der Ball darf pro Team nur einmal geschlagen werden. Spielen beide Partner nacheinander den Ball oder wird er zweimal getroffen, ist der Punkt verloren.
  • Schläger werfen: Ein geworfener oder aus der Hand geflogener Schläger darf den Ball nicht spielen.

Punktverlust: Alle Fehler im Überblick

Ein Team verliert den Punkt, wenn …

  • der Ball zweimal im eigenen Feld aufspringt,
  • der Ball ins Netz oder direkt ins Aus geschlagen wird,
  • der Ball direkt die gegnerische Wand oder das Gitter trifft,
  • der Ball Decke, Lampen oder andere Gegenstände außerhalb des Spielfelds trifft,
  • ein Spieler das Netz berührt oder unerlaubt über das Netz greift,
  • ein Spieler vom Ball getroffen wird, bevor dieser aufspringt,
  • beide Partner den Ball nacheinander schlagen oder er doppelt getroffen wird,
  • zwei Aufschläge hintereinander fehlerhaft sind (Doppelfehler).

Ausrüstung

  • Schläger: kompakt, ohne Saiten, mit gelochter Schlagfläche. Erlaubt sind maximal 45,5 cm Länge, 26 cm Breite und 38 mm Dicke. Für Einsteiger eignen sich runde Schläger mit großem Sweetspot.
  • Handschlaufe: Die Schlaufe am Griff ist Pflicht und sollte immer ums Handgelenk getragen werden – zum Schutz aller Spieler.
  • Bälle: ähnlich wie Tennisbälle, aber mit etwas weniger Druck und daher etwas langsamer.
  • Schuhe: Padel- oder Sandplatzschuhe mit Fischgrätprofil für Kunstrasen.

Etikette und Fairplay

  • Der Aufschläger sagt vor jedem Punkt den Spielstand an.
  • Ohne Schiedsrichter entscheidet jedes Team über die Bälle auf der eigenen Seite. Im Zweifel gilt die Entscheidung zugunsten des Gegners.
  • Klärt vor dem Spiel die Zählweise (Golden Point oder Vorteil) und ob außerhalb des Courts gespielt werden darf.
  • Spielt Bälle aus dem Nachbarcourt erst nach Ende des Ballwechsels zurück und lauft nicht über fremde Courts.
  • Auf vielen Anlagen ist die Spielzeit gebucht: Seid pünktlich und räumt den Court rechtzeitig.

Häufige Fragen zu den Padel-Regeln

Darf man im Padel über Kopf aufschlagen?

Nein. Der Aufschlag wird immer von unten gespielt: Ball hinter der Aufschlaglinie auftippen lassen und auf oder unter Hüfthöhe treffen.

Darf ich den Aufschlag volley zurückspielen?

Nein. Der Aufschlag muss beim Return immer erst im Aufschlagfeld aufspringen. Erst danach sind Volleys erlaubt.

Ist der Ball noch im Spiel, wenn er nach dem Aufprall ans Gitter springt?

Ja. Nach dem Aufprall im Feld darf der Ball sowohl Glas als auch Gitter berühren. Nur beim Aufschlag ist der Kontakt mit dem Gitter nach dem Aufprall ein Fehler.

Was ist der Golden Point?

Beim Golden Point entscheidet bei 40:40 ein einziger Punkt über das Spiel. Das rückschlagende Team darf wählen, auf welche Seite aufgeschlagen wird.

Kann man Padel auch zu zweit spielen?

Ja, auf speziellen Single-Courts mit 20 × 6 Metern. Auf den meisten Anlagen im Rhein-Sieg-Kreis wird aber im Doppel gespielt.

Gilt ein Ball auf der Linie?

Ja. Die Linien gehören zum Spielfeld – ein Ball, der die Linie berührt, ist gut. Beim Aufschlag zählt auch die Aufschlaglinie zum Aufschlagfeld.

Bereit für dein erstes Match?

Viele Anlagen im Rhein-Sieg-Kreis verleihen Schläger und bieten Schnupperkurse an – ideal für den Start. Zu den Padel-Anlagen

Stand: Oktober 2026. Grundlage sind die Regeln des Weltverbands FIP. In Ligen und Turnieren können eigene Ausschreibungen gelten.

Padel Rhein-Sieg ist das Portal für Padel-Tennis im Rhein-Sieg-Kreis. Hier findest du alle Padel-Anlagen der Region – von Troisdorf über Niederkassel bis Bornheim – mit Courts, Preisen, Kursen und Buchungslinks.

Dazu gibt es Mitspieler-Gesuche, Termine und Turniere sowie Regeln, Ausrüstung und Tipps für deinen Einstieg in den Trendsport. Kostenlos für Spieler und Anlagen.

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